5 Insights zu „Künstlicher Intelligenz“

Tobias Woldrich ist Project Manager bei Digital Oxygen und Experte für Künstliche Intelligenz.

01: Ist das Thema „KI“ überhaupt noch ein Interview wert?

Tobias Woldrich: Absolut, insbesondere im Mittelstand sehen wir Anfragen – sei es aus Sorge „etwas zu verpassen“, oder einfach nur, weil man die Vorteile zwar sieht, aber nicht weiß, wo man anfangen soll. Wir sind gerade in einer spannenden Phase: Praktisch jede:r hat inzwischen von „KI“ gehört, digitale Produkte werden damit angereichert und offensiv beworben. Zugleich verbinden die allermeisten im Detail mit Künstlicher Intelligenz aber nach wie vor entweder ein verwaschenes Konzept von „intelligenten Maschinen“ oder eben ganz konkret: ChatGPT oder DALL-E. Das ist einerseits gut, weil die grundsätzliche Hemmung gegenüber dem Thema dadurch abnimmt. Um aber wirklich Nutzen aus KI zu ziehen, reicht dieses Verständnis meines Erachtens nicht aus. Also: Ja, wir müssen gerade jetzt über KI sprechen.

02: Welchem Missverständnis begegnet man beim Thema „Künstliche Intelligenz“ aktuell am häufigsten?

Tobias Woldrich: Eines der häufigsten Missverständnisse, dem ich begegne ist wohl, dass es „die“ Künstliche Intelligenz gibt – diese Vorstellung ist wohl auch einer Gründe dafür, dass „KI“ oft etwas „Magisches“, weil Ungreifbares, anhängt. Sobald man sich dem Thema einmal strukturiert genähert hat, sieht das ganz anders aus – dann werden KI-Anwendungen ganz schnell als viele, vollkommen unterschiedliche Werkzeuge wahrgenommen.

03: KI wird eine allgegenwärtige Rolle in nahezu allen Unternehmensbereichen prophezeit: Von der Verwaltung bis zur Produktentwicklung. Wo liegen aktuell die größten Hebel?

Tobias Woldrich: Ganz ehrlich: Darin, eine Basis-Kompetenz in Unternehmen und Team aufzubauen, so dass alle dieselbe Sprache sprechen. Diese Phase der KI-Anwendungen ist vergleichbar mit dem Aufkommen des Internets: Wenn wir wollen, dass viele Menschen sicher von KI profitieren, müssen wir KI-Kompetenz schaffen – für alle. Alles andere, etwa der Einzug oder der Ausbau von KI in die eigenen Tools, oder der Einsatz von KI in der Produktentwicklung sind für mich nachgelagert. Verstehen und ausprobieren sind die absoluten Basics. Deshalb ist unser KI-Bootcamp zum Beispiel genau darauf ausgerichtet.

04: Wie können Unternehmen ihren Teams bestmöglich einen pragmatischen Einstieg in das Thema geben?

Tobias Woldrich: In großen Corporates beschäftigen sich seit Langem – schon weit vor dem Hype durch ChatGPT – dedizierte Rollen, manchmal sogar Teams mit dem Thema KI, da sind das interne Wissen und die Kapazitäten in der Regel vorhanden. Wir sehen das größte Interesse in KMUs, im Mittelstand: Hier sehen wir eine große Offenheit und Neugier, wie KI kurz- und mittelfristig genutzt werden und helfen kann – zugleich ist das Thema aber häufig noch nicht institutionalisiert, weil der Zugang dazu fehlt. Da ist der erste und beste Schritt: Eine zwanglose und vor allem inspirierende Einführung, die über „Unterhaltungen mit ChatGPT“ hinaus geht: Die nötige Historie, die technologischen Grundlagen, und vor allem: Viele Anwendungsbeispiele und selbst ausprobieren.

05: Was kann man Unternehmen mit auf den Weg geben, die einen Knopf an das Thema KI bekommen möchten?

Tobias Woldrich:

1. Eine solide Basis zu schaffen, zahlt sich aus: Es ist immer wieder faszinierend, was allein dadurch gewonnen ist, dass ein Teams dieselbe Sprache – im Sinne von Begrifflichkeiten – spricht.

2. Einfach mal anfangen. Ich lege – natürlich – unser KI-Bootcamp ans Herz, aber im Grunde ist die Hauptsache, dass die Leute anfangen, sich mit verschiedenen KI-Anwendungen zu beschäftigen und dafür auch Zeit aufwenden dürfen.

3. Wir sehen aktuell eine starke „Fear of Missing Out“ und natürlich ist der Themenkomplex „KI“ wegweisend für praktisch jede Branche. Aber: Jetzt zu verkrampfen und sich panisch zu verbeißen bringt auch nichts: Neue Technologien bedeuten immer auch Veränderung – und dürfen ruhig Spaß machen.

Mehr Informationen zum KI-Bootcamp finden Sie hier.

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