Zum Schluss noch ein letzter Blick zurück

Liebe Leserinnen und Leser des PM-Report,

wie schön, dass Sie sich auch dieses Mal noch einmal die Zeit nehmen, gemeinsam mit mir durch meine Digital Health Notizen zu blättern.

Wobei man ja sagen muss: Heute ist das Blättern ein wenig anders als sonst. Kein neuer KI-Hype, kein gesundheitspolitischer Aufreger, keine Messe, auf der sich die Zukunft des Gesundheitswesens wieder einmal so überzeugend präsentiert, als müsse sie eigentlich längst in der Versorgung angekommen sein. Stattdessen geht es dieses Mal um den Rahmen selbst. Der PM Report wird eingestellt und damit endet auch diese Kolumne, die mich seit 2023 im Online-Format begleitet hat.

Drei Jahre sind im Bereich Digital Health bekanntermaßen ungefähr so etwas wie ein mittleres geologisches Zeitalter. Als diese Kolumne begann, waren viele Themen schon da, aber oft noch nicht dort, wo sie heute stehen. Künstliche Intelligenz war noch stärker Verheißung als Alltag, Wearables eher Zukunftsversprechen als ernsthafter Datenlieferant, und bei mancher digitalen Lösung musste man schon einen gewissen guten Willen mitbringen, um in ihr mehr als einen hübsch verpackten Piloten zu sehen.

Genau deshalb war diese Kolumne für mich immer mehr als nur ein Ort für aktuelle Themen.

Sie war ein Raum, um Entwicklungen nicht einfach nur nachzuerzählen, sondern sie einzuordnen, manchmal neu zu beleuchten und gelegentlich auch gegen ihre eigene Erzählung zu lesen. Denn Digital Health eignet sich bekanntlich hervorragend für große Versprechen und nur bedingt für einfache Wahrheiten.

Wir konnten in dieser Zeit viele Themen ansprechen: die Chancen digitaler Versorgung, die Mühen der Umsetzung, die Eigenheiten gesundheitspolitischer Debatten, den Reiz neuer Technologien und die ernüchternde Erkenntnis, dass nicht jede Innovation schon deshalb hilfreich ist, weil sie besonders modern klingt. Die Kolumne sollte dabei nie nur informieren, sondern Entwicklungen und Trends so aufbereiten, dass man im besten Fall mit neuen Perspektiven und einem besseren Verständnis herausgeht.

Vielleicht war genau das das Schönste an diesem Format: dass es Platz für Zwischentöne gab.

Für Begeisterung, wenn etwas wirklich sinnvoll wirkte. Für Skepsis, wenn der Hype wieder einmal schneller war als die Evidenz. Und für die Einsicht, dass Fortschritt im Gesundheitswesen meist weder auf der Bühne noch in der Pressemitteilung entschieden wird, sondern irgendwo zwischen Versorgungspfad, Alltagstauglichkeit und tatsächlichem Nutzen.

Auch das zog sich ja durch viele Texte: Dass die entscheidenden Entwicklungen oft die leiseren sind. Nicht die lautesten Ankündigungen, sondern die Verbesserungen, die sich unauffällig in bestehende Abläufe einfügen und dort tatsächlich bestehen. Genau diese Art von Reife habe ich etwa zuletzt auch bei vielen Digital-Health-Themen wiedergefunden: weniger revolutionäre Geste, mehr kontinuierliche Verbesserung.

Und zugleich blieb immer Raum für die andere Seite: für die Frage, wo Technologie mehr verspricht, als sie halten kann. Gerade bei KI war und ist das besonders offensichtlich. Sie kann vieles erleichtern, übersetzen, strukturieren und zugänglich machen – aber sie ersetzt weder Verantwortung noch Urteilskraft. Auch das war ein Gedanke, der diese Kolumne immer wieder begleitet hat.

Wenn ich also auf diese Zeit zurückblicke, dann vor allem mit dem Gefühl, dass diese Kolumne ein sehr guter Ort für genau diese Art von Gedanken war. Ein Ort, an dem man Entwicklungen nicht nur vermelden, sondern auch einordnen, hinterfragen und manchmal bewusst anders betrachten konnte. Und das war, gerade in einem Feld wie Digital Health, alles andere als selbstverständlich.
Danke fürs Mitlesen, Mitdenken und dafür, dass Sie sich auf diese Perspektiven eingelassen haben.

Denn eine Kolumne lebt nicht nur von Themen. Sondern auch davon, dass es Menschen gibt, die bereit sind, sich auf Gedanken, Fragen und manchmal auch auf kleine gedankliche Umwege einzulassen.

Dass der PM Report nun endet, ist deshalb schlicht schade. Schade um ein Format, das solchen Einordnungen Raum gegeben hat. Und schade um eine publizistische Konstante, die man im Gesundheitswesen nicht allzu oft findet.

Was bleibt, sind die Themen. Eher noch drängender als zuvor. Die Fragen rund um Versorgung, Prävention, Daten, Digitalisierung und künstliche Intelligenz werden uns ganz sicher nicht ausgehen.

Nur eben nicht mehr an dieser Stelle. Und deshalb bleibt mir zum Schluss vor allem eines zu sagen: Es war eine schöne Zeit. Danke, dass Sie sie mit begleitet haben.

Bleiben Sie neugierig. Bleiben Sie kritisch. Und bleiben Sie den Themen gewogen, auch wenn der nächste Hype wieder einmal sehr genau zu wissen glaubt, wo die Zukunft liegt.

Alles Gute und auf Wiederlesen, irgendwo anders.

Ihr Torsten Christann

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